Ewigkeit

Ewigkeit an unserer Seite.

Das Licht des Abends trägt sie ein.

Aus dem Wissen wird Vertrauen – aus dem wir unsere Zukunft bauen.

Traum auf Stein …

Ewigkeit ist unsre Reise.

Sonnenlicht erhellt den Raum.

Unser Traum wird fester Boden.

Schritt für Schritt spritzt bunter Schaum.

Ewigkeit an meiner Seite.

Morgenröte trägt sie ein.

Zweifel lösen sich in Freude.

In eure Halle tret ich ein.



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Der Samen.

 
Alles hatte er erreicht. Es war kurz vor Sonnen-Untergang.
Die kleine Bank unter dem Obstbaum war sein Ruhepunkt.
Eine Frau, die ihn liebte, zwei süße Kinder, Abteilungsleiter, ein kleines Haus mit einem wunderbaren Garten.
Er konnte es selber nicht wirklich glauben. Hauptgewinn in einem Preis-Rätsel an dem er nur aus Spaß teilgenommen hatte – Sein Leben. So saß er in der Abenddämmerung und fügte sich seinem Glück.
Die Vögel hörten auf zu singen und die ersten Sterne blinkten am Himmel.
„Ein Same wird in deinen Garten fallen“
Er riss die Augen auf. Diese Stimme kam von außen.
„Wann der Same vom Himmel fällt und wohin bleibt ein Rätsel. Dieser Same existiert nur ein einziges Mal auf deinem Planeten. Er kommt aus einer Sphäre die ihr Menschen ‚Paradies‘ nennt. Bereite deinen Garten vor so dass er auf fruchtbaren Boden fällt“
Die Worte waren deutlich. Keine Sinnes-Täuschung. Noch einige Zeit saß er auf der kleinen Bank.
Sein Leben hatte sich verändert. Jede freie Minute verbrachte er nun in seinem Garten. Ein Same aus dem Paradies. Alles war er bereit zu tun um ihn zum Blühen zu bringen. Die Jahre vergingen. Eines nach dem Anderen verließen die Kinder sein Haus. Seine Kariere tröpfelte vor sich hin, genug um alle Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Abends saß er mit seiner Frau auf der kleinen Bank, nahm sie in den Arm und zeigte ihr sein Werk. Der Garten hatte sich zu einem kleinen Wunderwerk entwickelt. Ein kleiner See in dem die Vögel badeten. Schilf das im Wind seine geheimnisvollen Lieder raschelte. Obstbäume die so reichlich trugen dass die ganze Nachbarschaft davon aß.
Als altes Paar saßen sie wieder auf der kleinen Bank. Eigentlich war es schon die Dritte und trotzdem noch die gleiche. Er lächelte wissend in sich hinein. Auf die Stimme wartete er schon lange nicht mehr.
Der Same war in sein Herz gefallen und dort blühte er.
 


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Love Robot

 

Die Ankunft

 

Es war kurz nach 9 Uhr. Es klingelte. Dolores erwartete niemanden. Mit einer Mischung aus Erstaunen und Neugier öffnete sie die Wohnungstür.  Hallo, Ihre Nachbarin, Miss Feininger, ist nicht zu Hause und ich habe eine Lieferung für sie. Der freundliche Paralin in seiner Khaki-Uniform deutete auf ein ca. 1,20 Meter hohes Paket, das neben ihm stand. Dolores dachte nicht lange nach und unterschrieb auf dem Touch Pad des Paralins. Ihr freier Tag verging wie im Flug und wie es ihre Gewohnheit war, stellte sie ihr Abendessen auf den Glastisch vor den Bildschirm, lümmelte sich auf das Sofa mit dem weißen Bezug und den weißen Kissen.  Dann nahm sie das Gequake irgendeiner Sendung und ihre Abendmahlzeit auf. Nach dem Essen schaltete sie noch ein wenig hin und her, landete schließlich bei einem Kanal für Traumreisen und fing an, ihre Phantasie mit den Bildern vom Schirm zu vermischen.

Plötzlich hörte sie ein Scheppern aus dem Flur. Zunächst einigte sie sich mit sich selbst darauf, dass das Geräusch aus dem Treppenhaus kam. Doch nach kurzer Zeit war das Scheppern wieder zu hören und dieses Mal war da noch ein harmloser Fluch dabei. Sie stand auf, griff einen schwarzen Kerzenleuchter aus dem Regal und schlich vorsichtig zur Zimmertür. Sie schaute um die Ecke in den Flur. Nichts – sie wartete. … die Kiste wackelte. „Ist da wer?“ fragte Dolores. „Ja, hier ist Six Nine, Love Robot, es ist furchtbar langweilig in der Kiste“. Dolores beruhigte sich ein wenig. Die Stimme aus der Kiste klang harmlos, ein wenig wie ein Kind, das auf eine zu hohe Mauer geklettert war und auf Hilfe wartete. „Warte“, rief sie. „Ich hol dich da raus“, brachte Dolores hervor und lief in die Küche, um eine Schere zu holen. Love Robot? Die Medien waren voll des Lobes für die neuste Errungenschaft der Techno Tronics Produkte. Sie hatte im Nahverkehr ein halblautes Gespräch einer stolzen Besitzerin mitgehört, das mit einem vielsagenden Augenaufschlag endete. Rasch hatte sie das Klebeband der Kiste zerschnitten und den Deckel abgehoben. Ein erwartungsvolles, freundliches Gesicht schaute ihr entgegen. „Hallo, ich bin Six Nine, dein neuer Love Robot.“

„Ich muss zur Arbeit…“

 

 

Die Massage

 

Als sie abends nach Hause kam, war sie müde. Sie legte sich aufs Sofa, schaltete den Bildschirm ein, den Ton aber so leise, dass sie nicht zuschauen musste. Six Nine kam mit einem Tablett, auf dem ein großes kaltes Glas Ginger stand, in dem eine Scheibe Zitrone und ein zerstoßener Eiswürfel schwammen.

„Ich hatte nichts bestellt,“ sagte sie spöttisch, als sich ihre Blicke trafen. Six Nine deutete einen überraschten Blick an, doch bevor er weiter reagieren konnte, griff sie nach dem Glas und nahm einen kräftigen Schluck, den sie mit einem lauten „Ahhh“ der Befriedigung beendete.

Gerade wechselte das Programm auf dem Schirm. Irgendetwas mit Natur. Sie klopfte zweimal leicht mit der flachen Hand auf die Sitzfläche des Stuhls, so wie man einem Hund oder einer Katze das Angebot macht, Platz zu nehmen. Six Nine verstand, stellte das Tablett auf den Glastisch und nahm Platz. Eine freundliche, pädagogische Stimme erzählte, wie schön einst der Planet war. Dazu Bilder von schnäbelnden Vögeln, klaren Bächen und saftig grünem Gras. Dolores fing an, sich zu entspannen. Six Nine war fasziniert von dem, was er sah. Die TV-Stimme klang so, wie man einem ängstlichen Kind eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt. „Die Welt ist eigentlich in Ordnung, du bist in Ordnung. Ich, die Stimme, weiß, was gut und richtig ist. Die Fuchsmutter bewacht die unschuldigen Füchslein vor dem bösen Wolf, der die Welt verschmutzt und Drogen verkauft. Doch wir, die große Mehrheit, wissen, was gut ist und es kann nicht mehr lange dauern – wenn du jetzt brav einschläfst, wird die Welt wieder zum Paradies, wenn du morgen aufwachst.“

Er entwickelte den Wunsch, wenn es so etwas für einen Roboter überhaupt gab, diesen Teil der Welt mit eigenen Augen zu sehen.  Dolores fing an, mit den Füßen zu wackeln. Sie versuchte sich zu erinnern, wann sie zum letzten Mal einen gemütlichen Abend, in netter Begleitung, vor dem TV-Schirm verbracht hatte. Eine Szene aus ihrer Kindheit tauchte auf. Im Urlaub, wenn ihre Eltern entspannt waren, durfte sie sich manchmal mit ihnen eine Abendsendung anschauen. Ihr Vater versuchte, ihr ein wenig der Zuneigung zurückzugeben, die er ihr im Alltag seines Lebens vorenthalten hatte. Dolores Füße steigerten ihre unruhigen Bewegungen. Six Nine schaute sich interessiert das Spiel ihrer Füße an, und als sie seine erstaunten Blicke bemerkte, lachte sie ein wenig und sagte erklärend: „Ich bin verspannt.“

Das Wort und seine Bedeutung war in der Datenbank von Six Nine gespeichert. Im Kreis um den Begriff herum tauchten weitere Wörter auf. Eines davon, „Massage“ war mit einem rosa Balken, dem Symbol für eine eigene Aktion, unterlegt. Six Nine schob das Wort in die Mitte und einige kurze Videosequenzen und Texte zu dem Begriff Massage tauchten auf. Six Nine legte beide Handflächen auf Dolores Füße. Eine auf die Zehen, mit der anderen hob er ihre Wade an. Sie beobachtete ihn, so wie eine Mutter ihr Kind, wenn es unerwartet zum ersten Mal etwas selbstständig tut. Sich an einem Stuhl hochzieht, die Türe selbst aufmacht, ohne Märchen alleine ins Bett geht.

Winzige Signale ihrerseits, deren sie sich selbst nur halbbewusst war, wiesen ihm den Weg zum Ziel ihrer Wünsche.

 

Six Nine’s Sensoren in den Fingerspitzen erfühlten die feinen Nervenbahnen in Dolores Zehen. Er folgte ihnen und ein Atlas ihrer Anatomie entstand in seinem Speicher.

Sie legte ihren Kopf zurück, streckte ihren Körper aus und öffnete sich der Erforschung. Die elektrischen Potenziale der Nerven stiegen an und seine Finger folgten sanft dem Weg der Erregung. Als er an den Knien angekommen war, stockte er. Doch Dolores schob ihr Bein ein wenig nach unten und seine Hand landete auf der inneren Seite ihres Oberschenkels. Nun griff das eigentliche Programm, dass jeder Love Robot „on Chip“ besaß.

Am nächsten Morgen erwachte er (auch Roboter können schlafen), verwurschtelt in Dolores auf dem Sofa. Vorsichtig, ohne sie aufzuwecken, stand er auf, schob die Decke über ihre Blöße, und betrachtete  für einige Zeit ihr Gesicht.…

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Pass auf sie auf!

Christins Antwort war nur ein Blick. Eine Mischung aus Angst und Vertrauen. Ich konnte mir sicher sein das Christin alles tun würde um die Kleine zu beschützen. Eine 12 jährige beschützt eine 4 jährige. Aber wir wussten alle das die Kleine unser wertvollster Schatz war.

Nach einigen Schritten blieb ich stehen und orientierte mich. Der Gürtel des Orions stand knapp über dem Horizont. Die Strasse musste in Richtung Osten sein. Ich kam schnell voran, zwischem dem Unterholz waren kleine Lichtungen. Ich musste mich nicht unter Bäumen verstecken der Sektor galt als "befriedet". Nach einiger Zeit spührte ich dass ich in der Nähe meines Zieles war. Ich setzte mich in den Mondschatten eines grossen Nadelbaumes und wartete.

Das übliche geknistere der kleinen Nacht-Tiere ein Windhauch, blinkernde Sterne wenn die Wolken aufrissen.

Im Übergang zum Schlaf kam das erste Bild. Es war schemenhaft, eine grünliche Sprechblase. Ich lies die Augen halb geschlossen und wartete. Das Bild das nach einiger Zeit kam war wesentlich deutlicher, eine Einblendung aus meinem lieblings-Computer-Spiel.

Die Kleine hatte meine Erinnerung angezapft, hatte sie viele Jahre nach hinten durchwühlt, bis das gefunden hatte was ihre Botschaft an mich am nächsten kam. Reden konnte sie nicht, sie musste mit Bilder arbeiten. Das Bild zeigte eine Landkarte, der Punkt in der Mitte meine Position, schräg rechts über mir die Biegung eines Weges. Ich ging los, das Bild Transparent über der Wirklichkeit, ganz so wie in den Nächten, einer fernen Vergangenheit, als es nicht viel mehr zu tun gab, als sich die Zeit mit Computer-Spielchen zu vertreiben. Ich erreichte die Kurve und legte mich im feuchten hohen Gras auf die Lauer.

Auf der Karte erschienen 3 rote Punkte die sich langsam auf meine Position zubewegten. 3, verdammt, wie sollte ich unsre eiserne Regel "nothing or all" einhalten können?

Damals als diese Regel enstand, die auch der Name meines Stammes war hatte wir geschworen sie einzuhalten. Keine Überlebenden, keine Spuren. Die Greifer warteten nur auf eine Spur von uns, um dann ihre ganze Technologie einzusetzen, uns zu finden ….

Die Regel der Stämme waren klar. Wer sich nicht an die Regeln halten wollte musste gehen und es war jedem freigestellt ihm zu folgen.

Gewaltwaltlosigkeit war zwar edel und richtig, aber ich konnte den Hass nicht aus meinem Herz streichen. Ich verliess den Stamm und mit mir Christin, die Kleine und einige mehr für die Gewaltlosigkeit nicht möglich war. Wenn wir alleine waren nannten wir die anderen Eso-Schwuchteln und sie nannten uns Barbaren. Christine musste mit ansehen wie die "Friedens-Truppen" ihre Mutter vergewaltigten und töteten. Im anschliessenden Besäufnis konnte sie entkommen. Die Motive der Kleinen waren mir nicht klar, niemand im Stamm mochte sie wirklich, sie redete nicht und die meisten konnten ihren Blick nicht lange ertragen. Seit unserer Abspaltung saß sie auf meinen Schultern und ihr drittes Auge wachte über uns.

Ich hörte ein Knistern und dann sah ich sie, 3 UNO Soldaten, einfacher Rang, keine Sateliten-Antenne, genau das was wir brauchten. Ich zog mein Messer aus dem Stiefel und überlegte mit welchem ich anfangen sollte. Da änderte sich das Bild. Ich brauchte einige Sekunden bis ich es verstand. Es war aus einem anderm Computer-Spiel eines das ich nie mochte, rundenbasierendes Fantasy mit Feen, Zauberen und Zwergen. Ich steckte das Messer zurück. Die drei waren langsamer geworden, machten einen müden Eindruck. Sie setzten sich an den Weges-Rand und im Bild sah ich eine Fee die kleine blinkende Sandkörner aus ihrem Zauberstab über die Drei verteilte. Da lagen sie, schnarchten, hilflos wie kleine Kinder. Ich zog das Messer setzte es an. Plink! ein Geräusch im Bild und ein schrägstehendes rotes Kreutz dass immer dann eigeblendet wird wenn eine Aktion nicht möglich ist.

Unser Ziel waren die Uniformen und die ID-Cards. Wir brauchten sie für unseren Plan. Im Bild erschien ein Pfeil der auf die Brustasche des Hinteren Söldners zeigte.

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Wann ist die Zeit

 

Wann ist die Zeit
um bescheiden zu sein,
und wann muss man Wünsche
ganz laut raus schrein –
oder ausdauernd betteln
und inbrünstig flehn ?

Wann ist die Zeit
sich zurückzuhalten,
und ab wann dürfen auch
Aggressionen walten ?

Gibt’s Momente in denen
Nicht-Handeln bewirkt,
dass das Glück sich
für lange Zeit vor dir verbirgt ?

Wann ist die Zeit
um nur abzuwarten,
und ab wann muss man blitzschnell
in Neuland starten ?
Wann treff ich dich –
oder ist’s schon zu spät ?

 …

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